SUSANNE CONRADI

Augsburgs Erste Geigenbaumeisterin


Eine Geige zu bauen ist viel Arbeit, aber eine sehr schöne Arbeit. Die Kombination aus Musik und Handwerk hatte für mich schon immer etwas Faszinierendes. Auf der einen Seite der Austausch mit den Musikern, aber auch das selbst Musizieren. Ich spiele Bratsche im Augsburger Uniorchester  und im Streichquartett und -quintett.

Auf der anderen Seite ist das Arbeiten mit Holz, neue Instrumente bauen und das Restaurieren und Studieren alter Instrumente. Wertvolle Geigen, Bratschen und Celli, die zur Restaurierung in die Werkstatt gebracht werden, studiere und dokumentiere ich genau. Hieraus beziehe ich wichtige Impulse für den Bau meiner bisher über 120 Instrumente, die ich in den über 40 Jahren meiner Berufspraxis gebaut habe.

Nicht das Kopieren, sondern die Verwirklichung eigener Entwürfe und die Verwirklichung meines Klangideals stehen für meine Arbeit im Vordergrund.
Wie die alten italienischen Meister suche ich das Klangholz für meine Instrumente in den Wäldern der Hochlagen südlich des Alpenhauptkammes.

Regelmäßig treffe ich mich mit Kolleginnen, um z. B. ein Instrument klanglich optimal einzustellen...

...hierbei machen wir Versuche mit verschiedenen Steg- und Stimmstockmaterialien und mit verschiedenen Stegmodellen. Zur musikalischen Weiterbildung habe ich an Barockorchesterkursen z. B. bei Prof. Gerhard Darmstadt teilgenommen. Zusammen mit Monika Hemetsberger habe ich solche Kurse in meiner Werkstatt veranstaltet. Im Geigenbau bieten mir der Deutsche und Schweizer Geigenbauerverband die Möglichkeit zur Weiterbildung und zum Austausch mit den Kollegen.

Viele meiner Instrumente wurden bei nationalen und internationalen Geigenbau- aber auch bei Musikwettbewerben prämiert. Bestätigung erfahre ich zudem dadurch, dass meine Instrumente in allen Münchner, sowie in verschiedenen renommierten Orchestern im In- und Ausland, aber auch solistisch gespielt werden. Z. B spielte Corina Golomoz eine Conradibratsche zusammen mit Baiba Skride auf einer Stradivarigeige in São Paulo die Sinfonia concertante von Wolfgang Amadeus Mozart.  
Die historischen Instrumente konnten in den letzten Jahren beim  Bachfest in Köthen, den Innsbrucker Festwochen und beim Felix- Festival für Alte Musik in Köln gehört werden. 

Beim Freiburger Barockorchester, im Balthasar - Neumann Ensemble und im Kammerorchester  Basel werden auch regelmäßig historische Instrumente aus meiner Werkstatt gespielt.

Mein beruflicher Werdegang


2020

Neueröffnung meiner Geigenbauwerkstatt und 
Gründung von  "Conradis Meistergeigen" in Augsburg

2017 

Mitorganisatorin der Ausstellung »MÜNCHNER GEIGENTAGE 2019« im Bayerischen Nationalmuseum in München

2012 - 2016 

Präsidentin des Schweizer Verbands der Geigenbauer und Bogenmacher

2010 - 2016 

2. Vorsitzende beim Verband Deutscher Geigenbauer und Bogenmacher

2008 

Prämierung zweier Celli und einer Bratsche beim Internationalen Geigenbauwettbewerb Jacobus Stainer in Hinterzarten 

2004 

1. und 2. Preis für Violine und 2. Preis für eine Viola beim Internationalen Geigenbauwettbewerb in Hinterzarten 
 

2001 

Prämierung eines Cellos beim Internationalen Geigenbauwettbewerb in Hinterzarten


seit 1998 

Mitglied im Schweizer Verband der Geigenbauer und Bogenmacher 
 

1997 

Mitorganisatorin der Ausstellung »GEIGENBAU HEUTE – Münchner Geigenbauer und Bogenmacher stellen sich vor« im Münchner Stadtmuseum, heute als bekannt als »MÜNCHNER GEIGENTAGE« 


1996 

Prämierung einer 7/8 und einer 3/4 Geige beim Geigenbauwettbewerb Jacobus Stainer in Freiburg, sowie Ankauf für die Streichinstrumentensammlung des Landes Baden-Württemberg 

seit 1994 

Mitglied im Verband Deutscher Geigenbauer und Bogenmacher

1993 

Ehrenurkunde für ein Cello beim Internationalen Geigenbauwettbewerb in Mittenwald 

1993 

Sonderpreis der Klangjury für eine Geige beim Geigenbauwettbewerb Jacobus Stainer in Freiburg

1990 

Sonderpreis der Klangjury für eine Bratsche beim Geigenbauwettbewerb Jacobus Stainer in Freiburg


1988 

Auszeichnung durch die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk 

1987 

Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Stuttgart und Gründung einer eigene Werkstatt in Augsburg

1984 - 1987 

Gesellentätigkeit bei Geigenbaumeister H. G. Wörz in München

1982 - 1984 

Gesellentätigkeit bei Geigenbaumeister W.D. Fischer in München

1979 - 1982 

Nach dem Abitur, Beginn der Ausbildung zur Geigenbauerin an der Staatlichen Berufsfach und Fachschule für Geigenbau in Mittenwald

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